„靠山吃山,靠水吃水。“
Kào shān chī shān, kào shuǐ chī shuǐ.
„Wer am Berg lebt, isst vom Berg, wer am Wasser lebt, isst vom Wasser.“
Shanghai zu besuchen bedeutet, die Stadt auch durch ihre Beziehung zum Meer kennenzulernen. Der Hafen ist kein „zusätzliches“ Ziel, kein Ablenkungsmanöver: Er ist einer der authentischsten Ausdrucksformen der Stadt, der besser als jede Skyline zeigt, wie diese Stadt gewachsen ist, sich verändert hat und zur wichtigsten Verbindung zwischen China und der Welt geworden ist.
Shanghai und das Meer: eine Identität, die durch Chinas Adern fließt
In Shanghai ist der Hafen kein ‚Irgendwo‘: Er ist ein integraler Bestandteil der Stadt, so wie die traditionellen Lilongs, Märkte oder Tempel . Das wirtschaftliche, kulturelle und soziale Leben der Metropole hat hier seinen Ursprung – von den Fischerbooten, die das Jangtse-Delta befuhren, bis zu den ausländischen Schiffen, die im 19. Jahrhundert neuen Handel und neue Kulturen brachten.
Das moderne Shanghai, das Shanghai der Wolkenkratzer und der Finanzwelt, hat diese Seefahrer-Identität nicht ausgelöscht: Es hat sie einfach auf die Spitze getrieben und es zum geschäftigsten Hafen der Welt gemacht. Und wenn Sie ihn besuchen, kommen Sie in Kontakt mit der wahren fleißigen, dynamischen und kosmopolitischen Seele der Stadt.
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Das industrielle Gedicht des Hafens von Shanghai
Wenn Sie auf der Donghai-Brücke oder auf dem Da’ao-Hügel stehen, wird Ihnen klar, dass der Hafen nicht nur ein Ort ist, an dem Waren umgeschlagen werden.
Es ist eine Landschaft, fast ein Industriegedicht:
- rote Kraniche als Ideogramme
- die gestapelten Behälter, die wie abstrakte Gemälde aussehen
- der tiefe Lärm von Containerschiffen
- der Meeresnebel, der alles in ein milchiges Licht hüllt
Der Hafen ist der Ort, der Shanghai besser erzählt als viele Museen, denn er zeigt seine konkrete Energie, die man anfassen und auf der Haut spüren kann.
Joseph Conrad hätte wahrscheinlich gelächelt, als er ihn sah, und seine Worte wiederholt:
„Das Meer ist der große Enthüller: Es bringt alles ans Licht, was die Erde verbirgt.“
Shanghai vom Hafen aus gesehen: ein Schlüssel zum Verständnis der Stadt
Wenn Sie Yangshan von oben betrachten, wird Ihnen klar, dass es in Shanghai nicht nur um Technologie, Luxus und Modernität geht.
Es geht um Disziplin, Einfallsreichtum, Arbeit, maritime Gemeinschaften, die noch immer die Gezeiten respektieren und Mazu, die Göttin des Meeres, feiern.
Es ist eine Stadt, die mit dem Meer und vom Meer lebt:
- aufabendlichen Kreuzfahrten auf dem Huangpu,
- in den alten Docks des Flusshafens,
- Inseln, auf denen die Fischer ihre Netze trocknen, wie sie es vor hundert Jahren taten,
- in Restaurants, wo der Fisch noch nach Salz riecht, wenn er auf den Tisch kommt.
Wo man essen kann: Restaurants mit den Aromen des Shanghaier Meeres
Und das Essen wird, wie immer in China, zu einer Sprache. Rund um den Hafen und auf den Inseln, die mit Yangshan verbunden sind, finden Sie Orte, an denen Sie das echte Shanghai probieren können.
Shengsi Meeresfrüchte Restaurant – Shengsi Archipelago
Perfekt für Garnelen, blaue Krabben und gedünsteten Fisch. Nicht zu verpassen ist hai xian pinpan, das gemischte Meeresfrüchtegericht.
Xiushan Fischerküche – Insel Xiushan
Die Küche ist einfach und meeresfruchtig: gegrillter Fisch, sautierte Schalentiere, leichte Suppen mit Ingwer und Seetang.
Nanshan Seafood Village – in der Nähe der Donghai-Brücke
Praktisch, wenn Sie zwischen Yangshan und Pudong pendeln. Probieren Sie die Muschelsuppe – sie ist das perfekte Trostessen an windigen Tagen.
Chaozhou Noodle House – Pudong Hafengebiet
Gut für eine schnelle Mahlzeit: Nudeln mit Meeresfrüchten, schmackhafte Brühen und großzügige Portionen.
Warum der Hafen zur Shanghai-Reise gehört
Nicht weil es eine andere Bühne ist, sondern weil es Shanghai ist.
Das Shanghai des globalen Handels, seines jahrhundertelangen kulturellen Austauschs, seiner Identität als Stadt des Wassers. Das Shanghai, das von der längsten Brücke des Ostens in die Zukunft blickt und sich gleichzeitig an seine Ursprünge in den Netzen der Fischer erinnert.
Ein Besuch des Hafens bedeutet, die Stadt wirklich zu verstehen: ihre Geschwindigkeit, ihren Mut, ihre Widersprüche, ihre alte und sehr tiefe Beziehung zum Meer.
Und wenn Sie ein Schiff abfahren sehen, werden Sie an denchinesischen Dichter Li Bai erinnert, der schrieb:
„Die Wasser fließen ohne Ende, wie die Reise des Menschen.“
In Shanghai beginnt – und endet – diese Reise immer auf dem Wasser



